Workflows

Ein Workflow ist eine durchgängige Abfolge von Schritten, mit denen ein Geschäftsprozess automatisiert wird. Im Unterschied zu einem reinen Nachrichten-Flow umfasst ein Workflow auch menschliche Aktionen, System-zu-System-Übergaben und mehrere parallele Stränge.

Was ist ein Workflow?

Ein Workflow (deutsch „Arbeitsablauf") beschreibt eine vollständige Geschäftsprozess-Choreographie: Wer macht was, wann, mit welchem Ergebnis, an wen geht es als Nächstes? Workflows können vollautomatisch laufen, rein manuell sein oder – am häufigsten – eine Mischung aus beidem.

Beispiel: Ein Onboarding-Workflow für neue B2B-Kunden umfasst eine automatische Willkommens-Nachricht, eine manuelle Vertragsprüfung durch das Legal-Team, eine technische Einrichtung durch den Support, eine Onboarding-Demo durch den Customer Success Manager, und eine automatische Bestätigungs-Mail am Ende.

Workflow vs. Flow

AspektFlowWorkflow
UmfangEine Nachrichten-KetteGanzer Geschäftsprozess
BeteiligteSystem sendet, Kontakt empfängtMehrere Systeme, mehrere Teams, mehrere Kontakte
AutomatisierungVollständigTeilweise – mit menschlichen Schritten
ToolsFlow-BuilderWorkflow-Engine, BPM-Plattform, Projekt-Tools
DauerSekunden bis TageTage bis Monate

Ein Workflow kann mehrere Flows enthalten – als einer von vielen Teilschritten. Beide Begriffe ergänzen sich, schließen sich nicht aus.

Typische Workflows mit Messaging-Anteil

  • Lead-zu-Kunde-Workflow: Lead-Erfassung → Qualifizierung per Bot → Sales-Übergabe → Demo → Vertrag → Onboarding.
  • Support-Workflow: Ticket-Erstellung → Routing → erste Antwort durch Bot oder L1-Mitarbeiter → ggf. Übergabe an L2 → Lösung → Zufriedenheitsumfrage.
  • Bestellprozess-Workflow: Bestellung → Bestätigung → Zahlung → Logistik → Versand-Trigger → Zustellung → Bewertungs-Anfrage.
  • HR-Onboarding: Vertrag → IT-Account → Welcome-WhatsApp am ersten Tag → Probezeit-Check-ins → Feedback nach 90 Tagen.

Workflow-Steuerung

Anspruchsvolle Workflows brauchen einige Mechaniken über reine Flows hinaus:

  1. Status-Maschine: Welcher Zustand gilt gerade? (Pending, In Progress, Waiting on Customer, Completed)
  2. SLA-Tracking: Pro Schritt ein Zeitlimit – Überschreitung löst Eskalation aus.
  3. Parallelität: Mehrere Stränge laufen gleichzeitig (z. B. Bonitäts-Check und Vertragsentwurf parallel).
  4. Conditional Branching: „Wenn Bestellwert > 5.000 € → Manager-Freigabe, sonst direkt versenden."
  5. Audit-Log: Wer hat wann was gemacht – für Compliance und Fehleranalyse.

Welche Tools wofür

AnforderungPassendes Werkzeug
Nachrichten-Sequenz an KontaktFlow-Builder
Mehrere Systeme verbinden, ohne CodeZapier, Make, n8n – Automatisierungs-Plattformen
Komplexe BPM-Prozesse mit menschlichen AufgabenBPM-Plattformen (Camunda, Kissflow)
Datenpipeline / ETLSpezialisierte Datenintegrations-Tools

SendSeven deckt die ersten beiden Ebenen ab: Flows direkt im Tool, plus offizielle Konnektoren zu Zapier, Make und n8n für breitere System-Choreographie.

Workflow-Hygiene

  • Dokumentation: Jeder Workflow braucht eine schriftliche Beschreibung – sonst weiß nach 6 Monaten niemand mehr, warum Schritt 3 da steht.
  • Owner: Eine Person ist für jeden Workflow verantwortlich.
  • Review-Zyklus: Mindestens jährlich prüfen, ob Schritte noch nötig sind.
  • Mess-Punkte: Wo werden welche Daten erhoben? Conversion-Tracking, Drop-off-Analyse.